Konservatismus ist die Gegenbewegung zu liberalen Ideen

 

Klassischer Konservatismus

Die politische Romantik

Der konstitutioneller Konservatismus

Der christliche Konservatismus

Der reformerische Konservatismus

Nationalismus

Der Neokonservatismus

Der technokratische Konservatismus

Wo steht der Konservatismus heute?

Vom Feudaladel zum Geldadel

Konservatismus wird es immer geben. Denn bewährtes beizubehalten, bedeutet für viele Menschen Sicherheit.  Unsere Bundeskanzlerin Angela Merkel betont des öfteren, konservativ kommt von conservare = bewahren. Dabei ist Konservatismus viel mehr. Er begann als politische Gegenbewegung zum Liberalen, als Antwort zur Aufklärung. Der Grund war, dem Machtverlust insbesondere von Feudaladel und Kirche entgegenzuwirken.


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Klassischer Konservatismus

Der französische Philosoph Joseph Marie Comte de Maistre vertrat die Position der Gegenrevolution zur bürgerlichen Revolution.

Der britische Politiker und Publizist Edmund Burke schrieb von der göttlichen Harmonie der Natur, nach deren Erkenntnissen und Gesetzen der Mensch zu handeln hat. Grundlage des menschlichen Zusammenlebens ist die Religion. Die französischen Revolution 1789 betrachtete er als Vergehen gegen die natürliche (göttliche) Ordnung. Er lieferte die theoretische Begründung gegen die revolutionären Umwälzungen und für die Restauration. 

Das Recht auf politische Teilhabe ist mit Eigentum verknüpft.

Daraus ist klar zu schließen, dass 80% der Bevölkerung ausgeschlossen waren von politischer Teilhabe. Es wurde über ihren Kopf hinweg über die Entwicklung des Landes, über Krieg oder Frieden, in dem sie ihr Leben zu geben hatten, über Hunger oder Wohlstand usw. entschieden. 

Der preußische Publizist und Politiker Friedrich von Gentz war Ideengeber und enger Mitarbeiter des konservativen Politikers Fürst von Metternich, der die politische Neuordnung Kontinentaleuropas nach der Niederlage Napoleons erheblich beeinflusste. Die ideale Staatsordnung war für ihn die reine Monarchie, da nur sie gesellschaftliche Ordnung und staatliche Autorität legitim bewahren könne.


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Die politische Romantik

Ein wichtiger Denker dieser Richtung war in Deutschland des 19. Jh. Adam Müller, der in seiner romantischen Staats- und Gesellschaftslehre eine direkte Analogie zwischen Staat und menschlichem Körper herstellte (Staat als ganzheitlicher Organismus). Das Individuum fügt sich organisch in das Ganze ein, das Vorrang vor seinen einzelnen Gliedern hat. Abgelehnt wird jeglicher Gleichheitsgedanke. Die ständisch-hierarchische Feudalgesellschaft mit einem unumschränkten Monarchen an der Spitze wird als Teil der göttlichen Weltordnung interpretiert. Müller kämpfte gegen das Prinzip der autonomen Vernunft und lehnte die Vorstellung eines Rechts- und Verfassungsstaates sowie das parlamentarische Prinzip prinzipiell ab. Die politische Romantik stellte eine geistige Gegenbewegung zum Rationalismus und Liberalismus der europäischen Aufklärung dar. Grundannahme ist, dass die

Natur- und Weltordnung von Gott geschaffen

wurde, alle Staatsgewalt ist in dieser Perspektive durch die göttliche Weltordnung legitimiert. Deshalb muss sich die politische Ordnung an den Vorgaben und Prinzipien des (göttlichen) Weltschöpfers und -herrschers orientieren. Das Gemeinschaftsgefühl ergibt sich aus ethnischen, sprachlichen, geistig-kulturellen oder rassischen Gemeinsamkeiten. Das Gemeinwesen ist eine übergeordnete, kollektive Einheit, in dem Einzelinteressen zugunsten des Ganzen zurücktreten sollen.

Volksintegrität statt Volkssouveränität

Der konstitutioneller Konservatismus

Einen besonderen Beitrag zur konservativen Denkströmung des 19. Jh. leistete der preußische Staats- und Rechtsphilosoph Friedrich Julius Stahl. In seinem Konzept des konstitutionellen Konservatismus akzeptierte er die historische Entwicklung seit der Französischen Revolution und befürwortete den Verfassungscharakter des Staates und seine Organisation als Rechtsstaat: Freiheit und Gleichheit als Urrechte des Menschen müssten als Rechtsgarantien für das Individuum in der staatlichen Ordnung festgelegt werden. Allerdings basiert das positive Recht in seinem Konzept auf dem Urbild der göttlichen Weltordnung. Entscheidend ist nach Stahl, dass

Der Fürst die absolute Gestaltungsmacht im Staate innehat und Führer der gesellschaftlichen Entwicklung bleibt.


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Der christliche Konservatismus

Großen Einfluss auf den europäischen Konservatismus in der ersten Hälfte des 19. Jh. hatte der Schweizer Professor für Staatsrecht Karl Ludwig von Haller. Auch er lehnte das liberale Denkmodell des Gesellschaftsvertrags zur Staatsbildung ab. Entscheidend war für ihn das am Naturrecht orientierte

Recht des Stärkeren

als Ausdruck eines natürlichen Machtverhältnisses. Haller gründete den Staat auf das Verhältnis von (göttlich begründeter) Über- und Unterordnung. Jede Machtausübung war auf Gott den Herrscher bezogen. Stahl bejahte den bürgerlichen Rechtsstaat, lehnte die Ideen der politischen Gleichheit und das parlamentarische Prinzip ab. Seine christlich-konservative Staatslehre prägte lange Zeit den Konservatismus in Preußen und im Deutschen Reich nach 1871. Mit der Akzeptanz des konstitutionellen Prinzips wurde der Konservatismus für liberale Ideen anschlussfähig, blieb aber von demokratischen Ideen scharf abgegrenzt. Das zentrales Prinzip sei ein friedlicher und für alle nützlicher Tausch von

Gehorsam als Gegenleistung für Schutz.

 

Der reformerische Konservatismus

Die Idee des „sozialen Königtums“ war eine Antwort auf die soziale Frage des 19. Jh., die als zentrale Herausforderung der modernen Industriegesellschaft zu sehen ist. Um eine sozialistische Revolution der Arbeiterklasse zu verhindern und die Monarchie zu erhalten, war eine soziale Reform durchzuführen. Der Monarch sollte sich über umfassende Sozialpolitik die Unterstützung aus den Unterschichten sichern und so seine Machtposition gegenüber dem liberalen Besitzbürgertum stärken. In der deutschen Geschichte kommt man hier an Otto von Bismarck nicht vorbei. Mit den Sozialistengesetzen kämpfte er gegen die Sozialdemokratie und mit der Einführung der Kranken- und der Rentenversicherung nach den Idden von Ferdinand Lassalle zielte er auf eine Abtrennung der Besitzlosen von der organisierten Arbeiterbewegung hin zur Bindung zum Staat. Er nannte es selbst „Staatssozialismus“.

„Mein Gedanke war, die arbeitenden Klassen zu gewinnen, oder soll ich sagen zu bestechen, den Staat als soziale Einrichtung anzusehen, die ihretwegen besteht und für ihr Wohl sorgen möchte“ Otto von Bismarck: Gesammelte Werke (Friedrichsruher Ausgabe) 1924/1935, Band 9, S. 195/196

 


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Nationalismus

Das Erstarken des Sozialismus und der Arbeiterbewegung gegen Ende des 19. Jh. brachte eine veränderte Gegnerschaft und Bündnispolitik mit sich: Konservative, die sich zum nationalen Einheitsstaat und zur Verfassungsidee bekannten, verbündeten sich mit nationalliberalen Kräften. Ende des 19. Jh. wurde der Konservatismus auch zur interessenbestimmten Ideologie bäuerlicher und industrieller Kreise und tendierte zum Nationalismus.

Der Konservatismus der Umbruchzeit verband sich u. a. mit völkischen, antisemitischen, rassistischen, antiparlamentarischen und antikapitalistischen Ideen und Strömungen. Besonders in Deutschland entwickelten sich diese radikalen Tendenzen nach 1918/19 zu einer Demokratiefeindlichkeit, die das demokratische System der Weimarer Republik stark schwächte.

Konservative Strömungen trugen entscheidend dazu bei, dem totalitären Nationalsozialismus zum Sieg zu verhelfen: Eine besondere Rolle spielte dabei die konservative Deutschnationale Volkspartei (DNVP), die durch extremen Nationalismus, Republikfeindschaft und vorfaschistische Ideologie gekennzeichnet war, aber auch die rechtsintellektuelle Bewegung der so genannten

Konservativen Revolution.

Die paradoxe Bezeichnung „Konservative Revolution“ steht für eine geistig-politische Sammelbewegung von Jungkonservativen in der Weimarer Republik, die gegen die Weimarer Demokratie und ihre liberalen Werte kämpften. Erklärtes Ziel war der Umsturz der bestehenden politischen Ordnung und die Errichtung einer deutschen Volksgemeinschaft mit starker, autoritärer Staatsführung. Die Ideen der Konservativen Revolution bildeten keine geschlossene Weltanschauung, sondern vereinten unterschiedlichste Strömungen, verbunden durch eine grundsätzliche Ablehnung von Liberalismus, Parlamentarismus und des Weimarer Parteienstaates.

Ein Haupttheoretiker dieser Strömung war Arthur Möller van den Bruck, dessen Buchtitel „Das dritte Reich“ von den Nationalsozialisten als politisches Schlagwort zur Selbstbezeichnung übernommen wurde. Wichtige Einflüsse kamen auch von der pessimistischen Kulturphilosophie Oswald Spenglers, die er in seinem zweibändigen Hauptwerk „Der Untergang des Abendlandes“ darlegte.

Mit ihren sozialromantischen, antiparlamentarischen und antidemokratischen Tendenzen wurden die Gruppen der „Konservativen Revolution“ zu Wegbereitern der nationalsozialistischen Diktatur.

Wir sollten heute sehr aufmerksam sein, wenn gewisse konservative Politiker dieses Gespenst der „Konservativen Revolution“ (Alexander Dobrinth, CSU) neu beleben.

Das Ziel ist die Abschaffung der Demokratie!


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Der Neokonservatismus

Durch den Soziologen Daniel Bell und den Politikwissenschaftler Samuel Huntington entstand in den USA in den 1950er Jahren diese politisch-geistige Strömung. Seit den 1970er-Jahren bekam dieser neue Konservatismus großen Einfluss auf das politische Denken und die praktische Politik in den USA (think tanks, Berufsverbände und politikberatende Institutionen).

In den 1970er-Jahren entwickelten sich neokonservative Denkströmungen in allen westlichen Industriegesellschaften als Gegenbewegung zu den Ideen und Zielen der Studentenbewegung und den gesellschaftspolitischen Reform- und Emanzipationsbestrebungen der 1960er-Jahre. Der Neokonservatismus ist keine eigenständige Theorie, sondern primär eine Reaktionsbildung aus einer Kritik an Phänomenen in liberal-demokratischen Industriegesellschaften der Gegenwart (Verfall der traditionellen Werte, Akzeptanzverlust von Autoritäten, Hedonismus, Individualismus).

Die Kritik vieler Neokonservativer richtet sich gegen den Wohlfahrtsstaat, der durch eine falsche Gleichheitsvorstellung und übertriebene Politik der sozialen Umverteilung für die Krise der kapitalistischen Industriegesellschaften (Wachstumsschwierigkeiten, Arbeitslosigkeit und Staatsverschuldung) mitverantwortlich sei. Die Wurzel der Krise liege aber letztlich im umfassenden Autoritätsverfall des bürgerlichen Institutionen- und Wertesystems. Die Neokonservativen übten auch

direkte Kritik

an den neuen Werten der Neuen Sozialen Bewegungen, insbesondere an den Forderungen nach verstärkter

politischer Partizipation, Emanzipation und politischer Chancengleichheit.

Der technokratische Konservatismus

Der traditionelle Konservatismus war in der Bundesrepublik Deutschland durch seinen Anteil am Niedergang der Demokratie und am Aufstieg der nationalsozialistischen Schreckensherrschaft nach 1945 nachhaltig diskreditiert. Die sich in den Parteien CDU/CSU sammelnden, christlich-konservativen Hauptströmungen grenzten sich mit klaren Bekenntnissen zu Demokratie, Rechtsstaat und sozialer Marktwirtschaft von den früheren autoritären Tendenzen des Konservatismus ab. Seit den 1970er-Jahren verlor der christlich-katholische Konservatismus zunehmend an Bedeutung.

Zur Nachfolge konservativen Denkens gehört in der Bundesrepublik auch der „technokratische Konservatismus“, der unter anderem von Helmut Schelsky vertreten wurde.

Der Staat ist weiterhin als starke Schutz- und Ordnungsmacht

gefordert, um die moderne Gesellschaft – die zu zerfallen droht – durch Werte, Strukturen und Institutionen zusammenzuhalten. Die Wandlungsdynamik der modernen Gesellschaft durch technisch-industriellen Fortschritt wird unter den Schutz wert- und verhaltenssichernder Institutionen gestellt.


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Wo steht der Konservatismus heute?

Europaweit finden sich neokonservative Denkströmungen auch als antiliberale Variante mit ethnisch-nationalistischen Elementen, Irrationalismus und sozialer Diskriminierung (‚Neue Rechte‘), die in ihren politischen Vorstellungen an Ideen der „Konservativen Revolution“, des Faschismus und Rechtsradikalismus anknüpfen.

Konservative Denker lehnen das individualistische Denken des Liberalismus und den Vernunftoptimismus der Aufklärung ab und betonen stattdessen die Bedeutung historisch gewachsener Institutionen, geschichtlicher Traditionen und christlicher Werte. Die verschiedenen Ausprägungen des Konservatismus zeigen Annäherungen an liberale und soziale Ideen, aber auch Verbindungen zum Nationalismus.

Konservatives Denken betrachtet gegenwärtige Herrschafts- und Gesellschaftsformen im Fluss der Geschichte und in der Abfolge der Generationen. Sie haben sich auf der Basis von Erfahrungen und Traditionen über lange Zeit herausgebildet und bewährt (Kontinuität). Grundlegende gesellschaftliche Umwälzungen, wie Revolutionen, werden prinzipiell abgelehnt, sozialer Wandel und Fortschritt mit großer Skepsis betrachtet, da tradierte Werte und Institutionen gefährdet oder zerstört werden könnten. Reformen und Neuerungen werden nur begrenzt bzw. soweit wie nötig akzeptiert. Staat, Gesellschaft und Kultur erscheinen als geschichtlich gewachsene, organisch sich entwickelnde Gebilde, die aus ihrer historischen Kontinuität Legitimität beziehen.

Der Konservatismus gründet sich auf Religion als Quelle der Moral und sozialer Bindung (Gemeinschaftssinn), institutionalisiert durch die hierarchische Organisationsform der Kirche und der CDU/CSU. Die Linderung sozialer Not ist zunächst weniger Aufgabe des Staates, sondern vielmehr ethische Verpflichtung zu individueller (christlicher) Nächstenliebe. Ein zentrales Grundmodell konservativen Ordnungsdenkens ist die patriarchalische Familie als Strukturmuster politischer Ordnung (natürliche Legitimität von Hierarchien und Prinzip der Autorität). Neben religiösen Werten wird kulturelle Identität vor allem über historische und auch regionale Bezüge hergestellt. Konservative Denker lehnen die auf Vernunft basierenden liberalen Theorien des Gesellschaftsvertrags ab. Staats- und Gesellschaftsordnungen werden auf göttliche und natürliche Instanzen gegründet und beziehen daraus ihre Legitimität. Die überkommenen Macht- und Eigentumsverhältnisse werden als Teil einer natürlich gewachsenen Ordnung interpretiert, weshalb auch das Prinzip der sozialen Gleichheit als Nivellierung abgelehnt wird. Konservative Denkmodelle zielen immer auch auf die Legitimation der bestehenden Herrschafts- und Eigentumsverhältnisse und auf den

Machterhalt der jeweils besitzenden und privilegierten Schichten.


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Vom Feudaladel zum Geldadel

Mit dem Kapitalismus ist eine neue Klasse enstanden, die Klasse des Geldadels. Während früher, vor dem 19. Jahrhundert der Adelstitel vererbt wurde und darauf geachtet wurde, dass das Geschlecht „rein“ blieb, war festgelegt, wer zur Oberschicht gehört. Ein Wechsel von einer bürgerlichen oder gar Unterschicht in die privilegierte, besitzende Adelsschicht war eine Unmöglichkeit. Als Begründung gab es die göttliche Ordnung. Mit dem aufstrebenden Bürgertum mußte der Zugang zu den Privilegien geöffnet werden. Dies geschah durch die bürgerliche Revolution. Nun konnten Neureiche ebenfalls alle Privilegien erreichen, was in manchen Adelskreisen bis heute nicht akzeptiert wird.
Heutige Vorstände als Vertreter dieser neuen von der übrigen Bevölkerung abgeschiedenen Klasse erhalten von einer konservativen Regierung natürlich wieder mehr Rechte als alle anderen. Im Gegenzug bekommen sie Diäten, Renten, Posten und monitäre Wahlkampfhilfe. Während des Regierens der Konservativen wird scharf darauf geachtet, dass der Schein einer Demokratie gewahrt bleibt.
Freie Presse ist durch die Konzentration der Print- und Rundfunkmedien kontrollierbar geworden. In Westeuropa müssen keine Journalisten umgebracht werden, wenn sie unliebsam berichten, wird ihnen die Arbeit entzogen. Das Internet hat es nun ermöglicht, dass genau diese Journalisten doch berichten können und über die neuen Medien auch Zuhörer finden.
Die Emanzipation von der kontrollierten, gelenkten Berichterstattung und die Möglichkeit mit den neuen Technologien neue Unternehmen zu gründen, schlägt ein neues Kapitel in der Menschheitsgeschichte auf. Die ersten industriellen Revolutionen ermöglichten die Gleichbehandlung aller Menschen. Nur so konnte der Kapitatalismus zu einem Entwicklungsschub in der Menschheitsgeschichte werden. Mit dem Wegfall des Mangels ist eine Stagnation eingetreten und die durch den bisherigen Kapitalismus dazu gekommenen Reichen verteidigen jetzt Privilegien so wie vorher der Adel. Die Methoden sind neu aber das Ziel ist wie vorher: der Staat wird instrumentalisiert, um die Oberschicht und ihre Besitzstände zu wahren. Er ist das Werkzeug der herrschenden Klasse und das sind nur 10% der westeuropäischen Bevölkerung. Diese Ungleichheit wird der Untergang des Status Quo sein. Sobald die Arroganz der Macht und die Ungerechtigkeit zu groß geworden sind, wird der Zorn der Unterschicht sich Bahn brechen. Die einzige Lösung, die das stoppen kann, ist die Mittelschicht. Sie muss ein neues Gesellschaftsmodell entwickeln. Sie ist mit ca 70% der Bevölkerung die größte Schicht. Sie ist die von Karl Marx benannte Arbeiterklasse, denn sie entwickelt neue Technologien, hält sie instand und kann sie bedienen. Sie muß sie nun auch bewußt in die Hand nehmen, sie steuern und lenken zum Wohle der Gemeinschaft.
Der Konservatismus ist die Ideologie der Herrschenden, der oberen 10% – mehr gehören nicht dazu. Wer glaubt, dass es besser wird, wenn er diese Herrschaftsverhältnisse unterstützt oder bewahrt, der liefert sich einer nimmersatten Obrigkeit aus, die eines Tages in seiner systembedingten Habgier, weil Kapitalismus Wachstum braucht, nicht nur seine Existenz, sondern auch alle natürlichen Reserven unseres Planeten zerstören wird.

 

 

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